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Der Prophet klagt

CD-KRITIK / COUPERIN / LEÇONS DE TÉNÈBRE

19/04/19 Es schadet nicht, sich die liturgische Dramaturgie der Trauermetten auszumalen, wie sie im Frankreich der Zeit Couperins an den vorösterlichen Tagen ausgerichtet wurden. Ein Kerzenständer in dreieckiger Form mit fünfzehn Lichtern stand da, und im Laufe der gottedienstlichen Handlungen wurde eins ums andere gelöscht.

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Der Orgeltastentiger und die Singstimmen

CD-KRITIK / JEHAN TITELOUZE

16/04/19 Jehan Titelouze (1563-1633) gilt als einer der Schutzheiligen für Organisten. Was ihn von den meisten anderen französischen Kirchen-Tastentigern seiner Zeit unterschied: Titelouze, fast zeitlebens Organist in der Kathedrale von Rouen, hat auch Vokalwerke komponiert, die freilich weitgehend verloren gegangen sind.

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Altgolden und zeitlos

CD-KRITIK / KROPFREITER / ALTDORFER-PASSION

05/04/19 Der Bindestrich ist wichtig. Denn Augustinus Franz Kropfreiters „Altdorfer-Passion“ hat nichts mit einem Dorf zu tun, sondern mit den Passionstafeln des Albrecht Altdorfer aus dem 16. Jahrhundert. „Die Kunst der Donauschule“, eine Ausstellung im Stift St. Florian anno 1965, inspirierte den Stiftsorganisten zu einem atmosphärischen Kammeroratorium.

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Mit leichtem Finger

CD-KRITIK / TARTINI / SVIRIDOV

21/03/19 Von C.Ph.E.Bach über Quantz bis Leopold Mozart haben alle Lehrbuch-Schreiber der Epoche die Verzierungsanweisungen des Giuseppe Tartini übernommen, und zwar weitgehend unverändert. Die Anweisungen in den Violinstimmen seiner Sonaten sind also der gleichsam kanonisierte Zierrat der Zeit.

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Hämmerchen anstatt Rosshaar

CD-KRITIK / BEETHOVEN / CLAIRE HUANGCI & DEJAN LAZIĆ

06/02/19 Beethoven-Fans, aufgepasst! Wie viele Klavierkonzerte schuf er tatsächlich? Im Vorfeld von Beethovens 250. Geburtstag (2020) kam seine eigene Bearbeitung des Violinkonzerts zum Konzert für Klavier und Orchester D-Dur op.61a gleich zwei Mal auf den Markt.

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Niederländer-Sound im alten Mailand

CD-KRITIK / ENSEMBLE ODHECATON

24/12/18 Galeazzo Maria Sforza wäre am Stephanitag 1476 doch lieber nicht in die Kirche gegangen. Dort erwarteten ihn die Häscher. Der Mailänder Herzog hat den Dom nicht lebend verlassen. Für Loyset Compère (ca. 1545-1518) hatte das die ungute Folge, dass er sich einen neuen Dienstgeber suchen musste, denn die Witwe verkleinerte die Sänger- und Musikerschar.

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Man wusste, wie gute Musik geht

CD-KRITIK / WEGE ZUR STILLEN NACHT

21/12/18 Ein Salzburgerisches CD-Geschenk ist schwer denkbar: Albert Hartinger hat mit seinem Collegium Vocale der Salzburger Bachgesellschaft und dem Müllner Instrumentalensemble weihnachtliche Musik. Eben die Salzburger Wege zur Stillen Nacht.

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Mit Macht nach oben und in die Gegenrichtung

CD-KRITIK / BACH / HIMMELFAHRTSORATORIUM

19/12/18 Bach, der mehr als geniale Recycler seiner selbst: Fast orgiastisch der Jubel der Pauken und der drei Trompeten, im Verein mit Traversflöte und zwei Oboen hört, mit dem Jesus im Himmelfahrtsoratorium hinaufgelobt wird „in seine Reiche“.

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Dem Original auf der Spur

CD-KRITIK / GESUALDO CONSORT / SCHOONDERWOERD

18/12/18 Das Schicksal von Fragmenten ist, dass immer neue Versuche zur Vervollständigung unternommen werden. Mozarts Requiem KV 626 ist ein Paradebeispiel, dessen sich nun auch der Niederlänger Arthur Schoonderwoerd annahm - mit durchaus plausiblem Ergebnis.

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Heil der Welt im Dreiertakt

CD-KRITIK / BOCK AUF HEIDI / ES WIRD SCHO...

05/12/18 Hei, hei, hei, hei! Schlåf siaß, herzliabes Kind… Der wiegende Refrain von Es wird scho glei dumpa ist die ultimative Beruhigungspille. Für das Kind in der Krippe. Und für jene, die es zur Ruhe singen wollen. Nicht mit Bock auf Heidi! Ilona und Christoph Lindenbauer peitschen mit ihrem Hei, hei das Kind zurück in Kälte und Wind. – Oder wollen sie nur all jenen Beine machen, deren Hilfswilligkeit sich in Phrasen erschöpft?

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Im letzten Aufwind

CD-KRITIK / C. PH. E. BACH / GAMBENSONATEN

30/11/18 Von sich aus wäre Carl Philipp Emanuel Bach vermutlich nicht auf die Idee gekommen, Sonaten ausgerechnet für die altmodische Viola da Gamba zu schreiben. Aber da gab es am Hof des Alten Fritz in Sanssouci eben einen ganz großartigen Gambisten namens Ludwig Christian Hesse.

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Geschichten von Flucht und Fremdbestimmung

CD-KRITIK / JORDI SAVALL

13/11/18 Gelegentlich hält man CDs in Händen, die gar nicht sosehr wegen der Musik oder deren Interpretation von Interesse sind. Viel aufschlussreicher im Fall eines Programms, das Jordi Savall zwei ausgewachsenen Messkompositionen aus der Epoche des Spanischen Erbfolgekrieges gewidmet hat

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Hör ich Cymbalklänge?

CD-KRITIK / SALTERIO ITALIANO

02/11/18 Was für eine Idee, einen theologischen Traktat des Kirchenvaters Augustinus in Musik zu setzen. Und noch origineller: dafür als Instrumentalbegleitung neben üblichem Basso continuo als Melodieinstrument ein Salterio zu verwenden.

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Die „Aurea vox Okegi“

CD-KRITIK / REQUIEM

31/10/18 Man muss sich die zeitlichen Abläufe immer wieder vor Augen halten: Ab 750 sind die einstimmigen Gregorianischen Gesänge entstanden. Bis zur ersten überlieferten Mehrstimmigkeit der Notre-Dame-Schule vergingen in etwa 450 Jahre, und dann nochmal weitere 150 Jahre bis zur ersten mehrstimmigen Messe (Messe de Nostre Dame von Guillaume de Machaut, um 1364).

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Ins geigerische Neuland

CD-KRITK / PIETER HELLENDAAL

24/10/18 Man trug vermutlich das Etikett „Zukunftshoffnung“, wenn man als junger Geiger in die Schülerschar um Giuseppe Tartini vorgelassen wurde. In dessen Violin-Kaderschmiede in Padua ging es erwiesenermaßen selektiv zu. 1737 akzeptierte der Meister gerade neun Studenten – und selbst das dünkte ihn zu viel.

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