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Junge Leute – alter Meister

DIALOGE / WERKSTATTKONZERT

27/11/17 Beim „Werkstattkonzert“ der Dialoge am Samstag (2.12.) stehen zwei Uraufführungen und ein Klassiker der Moderne auf dem Programm. Pierre Boulez nimmt den Nachwuchs in seinen Schutz: Die Kantate „Le Marteau sans maître“ umrahmt Stücke von Katrin Klose und Kevin Lang. Die musikalische Leitung haben - unter dem Schirm von Johannes Kalitzke - Dirigierstudenten.

Von Heidemarie Klabacher

Am Anfang war das Nordlicht: Katrin Klose, Jahrgang 1990, schrieb ihr Stück „Aurora“ vergangenen Sommer. Zuvor hat sie das Nordlicht beobachtet und sich von den Natureindrücken zur Klanglandschaft „Aurora“ inspirieren lassen. Das Ensemblestück umfasse, so die Komponistin, je drei Duo- und zwei Ensembleteile. Die Duo-Teile bestehen jeweils einem Melodie- und einem Perkussionsinstrument und bilden „eine Art Ruhepunkt zwischen den bewegteren rhythmischen Tuttiteilen“.

Katrin Klose, geboren 1990, erhielt mit sechs Jahren ersten Geigenunterricht, ab 2001 Klavierunterricht. 2004 folgte die Aufnahme in die Förderklasse der Studienvorbereitenden Ausbildung der Musikschule Sulzbach-Rosenberg. Von 2009 bis 2014 studierte sie an der Hochschule für Musik Würzburg Musik im Lehramt und seit 2010 Komposition. 2013 wurde sie mit dem 1. Preis beim Internationalen Kompositionswettbewerb der Stadt Homburg ausgezeichnet. 2015 erhielt sie den Kulturförderpreis der Stadt Amberg sowie einen Kompositionspreis für Streichquartett. Seit Herbst 2015 studiert sie Komposition an der Universität Mozarteum bei Reinhard Febel.

„Aurora“ kommt im Rahmen der Dialoge zur Uraufführung - beim gemeinsamen Werkstattkonzert der Stiftung, der Universität Mozarteum und des Österreichischen Ensembles für Neue Musik am Samstag (1.12.). Ebenfalls zur Uraufführung kommt „Furniture Shop“ für Flöte, Viola und drei Schlagwerker von Kevin Lang: „Mein Experiment besteht darin, mit den Dingen, welche sich für mich bewährt haben, zu brechen und testweise deren Gegenteil zu verfolgen.“ Die Inspiration habe die Idee eines Möbelhauses geliefert: „Die dort vorzufindenden, eingerichteten Exemplar-Wohnzimmer, Küchen und Bäder laden zum Verweilen ein – sind aber voneinander isolierte, getrennte Inseln eines größeren Komplexes, welche nicht im Sinne eines Wohnraumes aufeinander abgestimmt sind.“

Kevin Matthias Lang, geboren 1989 in Wels, begann mit fünf Jahren mit dem Klavierspiel, erste Kompositionsversuche folgten wenige Jahre später. Nach der Matura studierte er Germanistik an der Universität Salzburg und Musiktheorie sowie Komposition an der Universität Mozarteum bei von Adriana Hölszky. Von 2012 bis Ende 2015 studierte er bei Tristan Murail, aktuell ist er Schüler bei Christian Ofenbauer.

Umrahmt werden die beiden Uraufführungen von Pierre Boulez Zyklus „Le Marteau sans maître“ für eine Altstimme und sechs Instrumentalisten. Die Kantate „Der Hammer ohne Meister“ stelle „wie jede streng polyphon gearbeitete Musik, die keine Nebenstimmen, keine bequemen Klangflächen kennt“ nicht geringe Ansprüche an den Hörer, heißt es im Dialoge-Programm. „Pierre Boulez wollte die Musik von ‚Erbsünden‘ befreien und begann 1952, sie seriell zu organisieren.“ „Le Marteau sans maître wurde 1955 in Baden-Baden uraufgeführt, dem Zyklus liegen drei surrealistische Gedichte von René Chars zugrunde. „Sie erschienen Boulez ‚kühn und hart, wie schwarze, blanke Kieselsteine‘ und er würfelte sie zu einem neunteiligen Zyklus zusammen.“

Bild: ISM
Dialoge – Eröffnung am Donnerstag 30. November um 19.30 im Großen Saal des Mozarteums - www.mozarteum.at

 

 

 

 

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