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Ein Vollblutschauspieler mit Bannkraft

TODESFALL / KLAUS MARTIN HEIM

01/06/23 „Man muss Klaus Martin Heim erlebt haben – die Qualität seines Sprechens, die Spannkraft seines Körpers wie seines Gedächtnisses, von seiner Seele ganz zu schweigen.“ Zitat aus einer DrehPunktKultur-Besprechung. Der Schauspieler, langjähriges Ensemblemitglied im Salzburger Landestheater, ist 88jährig verstorben.

Von Reinhard Kriechbaum

Unter der Intendanz von Lutz Hochstraate in den 1980er und 1990er Jahren und auch noch späterhin war Klaus Martin Heim am Salzburger Landestheater in einer Vielzahl von Inszenierungen auf der Bühne zu erleben, unter anderem in der skandalumwobenen Uraufführung von König Ubu von Franz Hummel nach Alfred Jarry (1984), in Neil Simons Sonny Boys (1986), in Goethes Faust (1993) oder in Merlin von Tankred Dorst (1998).

Der in Halle an der Saale geborene Klaus Martin Heim wurde 1983 von der Fachzeitschrift „Theater heute“ zum Schauspieler des Jahres gekürt. „Eine Premiere ist nicht da um zu feiern, sondern um wieder von vorne zu beginnen.“ Mit diesem Satz wird er in einem Nachruf des Landestheaters zitiert. Er habe die Theaterarbeit als permanente Weiterentwicklung betrachtet, die nie zum Stillstand kommen darf.

Der von Weggefährten als „Theatertier“ bezeichnete Vollblutschauspieler bleibe „als großartiger und sehr sensibler Darsteller ebenso in Erinnerung wie als Alleinunterhalter im privaten Umfeld, der die Kunst des Witzeerzählens grandios beherrschte“.

Das Zitat eingangs und die Bilder auf dieser Seite stammen aus einer Aufführung, in der Klaus Martin Heim die ursprünglich Bernhard Minetti zugedachte Rolle in Thomas Bernhards Einfach kompliziert gespielt, in der Regie von Claus Tröger im Stadttheater Bruneck. Damit war er 2010 auch im Odeon zu Gast. „Hier lässt einer seine Bannkraft spüren, der zeitlebens das Gegenteil eines „Publikumslieblings“ im billigen Sinn war, aber der das Feuer des Theaters durch Triumphe und Bitternisse getragen und damit Licht in manche Nische geworfen hat“, schrieb der Rezensent damals.

Klaus Martin Heim ist am 27. Mai in Salzburg verstorben.

Bilder: Stadttheater Bruneck

 

 

 

 

 

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